Neues aus der Bienenforschung: Die "Bienentagung 2026"*
Peter Neumann (Institut für Bienengesundheit, Universität Bern) kritisierte stark die momentane Ausrichtung der Diskussion in der Öffentlichkeit, die die Honigbienen als Faktor für den Rückgang solitärer Bienenpopulationen in den Mittelpunkt stelle. Die Hauptfaktoren hingegen seien ganz klar ausgeräumte Landschaften, Futter und Nistmöglichkeitenmangel sowie die bestimmende Rolle der Pestizide in der (Land-)Wirtschaft.
Peter Neumann betrachtet auch die Honigbiene als Wildbiene – wobei diese wilden Honigbienenvölker im deutschsprachigen Raum durch Verschulden der Menschen ausgestorben sind und in Europa stark gefährdet. Eine Analogie zwischen der Honigbiene und dem letzten wilden Rind Europas, das um 1630 in Polen ausgerottet wurde, zeige dies eindrücklich.
Selbstkritisch beleuchtete der Wissenschaftler auch die Forschenden, die z.B. in Titeln von Artikeln immer noch von "Wildbienen" oder "wild bees" sprächen, wo Solitärbienenarten gemeint seien.
Er schlug mehrere Maßnahmen als gemeinsame Kraftanstrengung vor, um diesen momentanen Kurs des „Gegeneinander“ und Ausgespielt- werdens zwischen Honigbienen- und Wildbieneninteressierten zu verändern:
- Mehr Kommunikation mit klaren Botschaften in Social Media, gedruckten Artikeln und Vorträge
- Die Auswilderung von Honigbienen als klares Ziel der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung zu deklarieren
In der nächsten Zeit wird sich zeigen, wie sich die Bieneninstitute zu diesem Vorschlag positionieren.
*73. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.
